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Lithologie und Stratigraphie

 

Lithologie

Schichten

Unter Lithologie versteht man das Aussehen und die Zusammensetzung eines bestimmten Gesteins. Im Falle der Solnhofener Plattenkalke entspricht dies einem sehr hellen und feinem Kalkgestein, das in unterschiedlichen Mächtigkeiten schichtweise abgelagert wurde. Die Schichtdicke kann von wenigen Millimetern bis mehrere Dezimetern betragen. Prinzipiell spricht man in den typischen Plattenkalken von Flinzen und Fäulen. Diese Begriffe wurden aus dem Jargon der Steinbrucharbeiter in die Wissenschaft übernommen und sind heute somit offiziell anerkannt.

In den Solnhofener Schichten bezeichnet man Ablagerungen mit mind. 1,0 cm und bis zu 30,0 cm Plattenstärke, als Flinz. Diese sehr harten und feinstkörnigen Plattenkalke besitzen einen sehr hohen Kalkgehalt (96-98% Kalziumkarbonat, CaCo3) und eignen sich dadurch bestens für die industrielle Nutzung. Weiche und feinstgeschichtete mergelige Lagen mit einem Kalkgehalt von 85-91% Kalziumkarbonat, die in Wechsellagerung mit den Flinzen auftreten, werden als Fäulen bezeichnet. „Krumme Lagen“ (Schichten mit Gleit- und Faltstrukturen), die hin und wieder in den Plattenkalk-Profilen auftreten, bilden wichtige Leithorizonte. Diese entstanden durch Abgleiten halbverfestigter Seesedimente vom Wannenrand, die womöglich durch Seebeben ausgelöst wurden.

Die Sedimente der Solnhofener Plattenkalke wurden über einen Zeitraum von ca. 500.000 Jahren abgelagert und ihre Gesamtmächtigkeit beträgt bis zu 90 m.

Stratigraphie

Um die Solnhofener Schichten in die geologische Zeitskala (Stratigraphie) einzugliedern, bedient sich die Geologie physikalischer Methoden, wie die der absoluten Altersdatierung. Hier wird mit Hilfe von Gesteinsanalysen und Isotopen das genaue Alter der Sedimente bestimmt. Somit beläuft sich das absolute Alter der Plattenkalke auf 146 Mio. Jahre. In der stratigraphischen Tabelle ist dies die Zeit des Tithoniums, Solnhofen-Formation (Oberjura). Um eine noch genauere Datierung zu erreichen, haben Paläontologen zusätzlich die Biostratigraphie eingeführt. Diese relative Altersmethode basiert auf der Verwendung von Leitfossilien, die bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Neben den eindeutigen Bestimmungsmerkmalen, einer hohen Individuenzahl, der weiten und schnellen geographischen Verbreitung, müssen diese Fossilienart auch eine kurze Lebensdauer (max. 1 Mio. Jahre) besitzen. Das Leitfossil für die Solnhofener Plattenkalke ist der Ammonit Hybonoticeras hybonotum (OPPEL 1863), siehe Abbildung rechts.

 
 
 
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